Weinheim baut auf ein modernes Wohngebiet

Bezahlbaren Wohnraum für Familien schaffen und dabei zukunftsweisende Energien einsetzen – beim künftigen Weinheimer Neubaugebiet "Lützelsachsen-Ebene" setzt die Stadt ganz auf eine nachhaltige Stadtentwicklung.

Auf einer Fläche von rund 20 Hektar im Südwesten der Gemarkung soll ab dem nächsten Jahr das größte Baugebiet seit Jahren entstehen. Nach dem Bebauungsplan, den die Mannheimer MVV Energiedienstleistungen GmbH im Auftrag der Stadt erarbeitet hat, sind 329 Baugrundstücke entstanden, das bedeutet rund 380 Wohnheinheiten für etwa 800 Neubürger der Zweiburgenstadt. Am 19. März eröffnet das Weinheimer Amt für Stadtentwicklung die frühzeitige Bürgerbeteiligung zum Bebauungsplan. Am Donnerstag, 22. März, 18.30 Uhr haben die Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit, sich bei einer Bürgeranhörung zu äußern. Die Planer der Stadtverwaltung und von MVV Energiedienstleistungen stehen dort ebenfalls Rede und Antwort.

Wegen der Art der Bebauung – überwiegend Reihenund Doppelhäuser – den geschätzten günstigen Erschließungskosten zwischen 75 Euro und 85 Euro pro Quadratmeter, aber auch wegen der guten Anbindung an OEG, den Bus und künftig an die SBahn soll "Lützelsachsen-Ebene" für Familien mit Kindern passenden Wohnraum bieten. "Es handelt sich um einen gefälligen Entwurf mit großzügigen Durchgrünungszonen, so dass den ökologischen Belangen in besonderem Maße Rechnung getragen wird", lobte jetzt auch Bürgermeister Torsten Fetzner den Bebauungsplanentwurf von MVV Energiedienstleistungen. Folgerichtig soll auch eine dreizügige Kindertagesstätte für etwa 75 Kinder entstehen.

"Eine frühzeitige Diskussion mit den Bürgerinnen und Bürgern ist wichtig und fruchtbar"

Fetzner ging jetzt im Vorfeld der Bürgeranhörung noch einmal auf die Diskussion um einen Lebensmittel- Discounter am Rande des Gebiets ein. Die Verwaltung hatte sich von den Gewerbetreibenden des alten Ortskerns Lützelsachsen überzeugen lassen, dass auf die Ansiedlung eines Discounters an der B 3 verzichtet werden sollte. Der Bürgermeister: "Für mich persönlich war die konstruktive Diskussion mit den Einzelhändlern ein Beweis dafür, dass eine frühzeitige Diskussion mit den Bürgerinnen und Bürgern – auch über die gesetzlichen Verpflichtungen der Kommune hinaus – wichtig und fruchtbar ist." Nach diesen positiven Erfahrungen werde er diesen Weg des konstruktiven Meinungsaustausches auch bei kommenden Großprojekten der Stadt Weinheim weiterhin einschlagen, so der Bürgermeister. Das Gebiet verfügt auch über einen zentralen Quartiersplatz, an dem möglichst ein Mittelpunkt mit Geschäften und Dienstleistern entstehen soll. Überhaupt soll ein ausgeklügeltes Wegenetz innerhalb des Gebietes die Wohnqualität erhöhen.

So könnte "Lützelsachsen-Ebene" nach den Plänen des Erschließungsträgers MVV Energiedienstleistungen in Zukunft aussehen.

Weinheim setzt bei der Wärmeversorgung auf Geothermie

Bei der Energieversorgung soll "Lützelsachsen-Ebene" ohnehin ein Vorzeigeprojekt werden. Denn durch die benachbarte Geothermieanlage am Freizeitbad "miramar" ist ein ehrgeiziges Energiekonzept möglich: Das komplette Gebiet soll in der Grundlast über erneuerbare Energien versorgt werden, vorrangig mit geothermischer Wärme. Fetzner: "Der Gemeinderat hat bewiesen, dass er gegenüber zukunftsweisenden Energieformen aufgeschlossen ist und bereit ist, nachhaltiges Wirtschaften auch planerisch umzusetzen, dafür gilt mein größter Respekt." Das Baugebiet "Lützelsachsen-Ebene" soll das erste Geothermie-Wohngebiet in der Metropolregion Rhein-Neckar werden.

Nach der Bürgeranhörung liegt der Planvorentwurf von 19. März bis zum 19. April öffentlich aus, der Satzungsbeschluss soll in der ersten Jahreshälfte 2008 fallen, noch im gleichen Jahr könnte dann mit der Erschließung begonnen werden. Die ersten Wohngebäude könnten dann 2009 entstehen.


Info: Frühzeitige Bürgerbeteiligung zum Planvorentwurf "Lützelsachsen-Ebene", Öffentliche Auslegung vom 19. März bis 19. April, Planvorstellung und öffentliche Bürgeranhörung am Donnerstag, 22. März, 18.30 Uhr, Aula der Grundschule in Lützelsachsen.

Weinheim, 14. März 2007

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