Das Weinheimer Freizeitzentrum miramar heizt seit November 2006 im stabilen Probebetrieb mit Geothermie. Jetzt informierten miramar-Geschäftsführerin Brigitte Steinhart (links) und Michael Lowak (2. von rechts), Geschäftsführer der MVV Energiedienstleistungen GmbH, Staatssekretär Richard Drautz (rechts), Dr. Birgit Arnold MdL (mitte) und den Weinheimer Stadtrat Günter Breiling (2. von links) vor Ort über das umweltfreundliche Wärmeversorgungskonzept von MVV Energiedienstleistungen.

Staatssekretär Richard Drautz besucht Weinheimer Geothermieanlage

Das Weinheimer Freizeitzentrum miramar heizt seit November 2006 im stabilen Probebetrieb mit Wärme aus 1.150 Metern Tiefe. Am heutigen Freitag, 30. März, informierten sich Richard Drautz, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium des Landes Baden- Württemberg, Dr. Birgit Arnold MdL und der Weinheimer Stadtrat Günter Breiling vor Ort über das umweltfreundliche Wärmeversorgungskonzept der MVV Energiedienstleistungen GmbH, ein Tochterunternehmen der börsennotierten MVV Energie AG, Mannheim.

„Ein Stück Unabhängigkeit von den Weltmarktpreisen“

"Die geologischen Voraussetzungen der oberrheinischen Tiefebene für die Erdwärmenutzung sind hervorragend, da bereits in vergleichsweise geringen Tiefen relativ hohe Temperaturen herrschen", sagte Michael Lowak, Geschäftsführer der MVV Energiedienstleistungen GmbH, bei der Besichtigung. Außerdem setze die Nutzung dieser Energieform deutlich weniger Luftschadstoffe und Kohlendioxid frei als fossile Energieformen wie Heizöl oder Erdgas. "In Zeiten steigender Rohstoffpreise bedeutet die Nutzung der Wärme unter der Erdoberfläche ein Stück Unabhängigkeit von den Weltmarktpreisen", ergänzte Staatssekretär Richard Drautz.

Momentan läuft die Geothermieanlage mit einer Leistung von 500 Kilowatt und einer Temperatur von 62 Grad Celsius im erfolgreichen Probebetrieb. Die kommenden Monate wird die Leistung kontinuierlich auf 2.200 Kilowatt erhöht, indem die geförderte Wassermenge von derzeit acht auf 15 Liter pro Sekunde gesteigert wird. Bisher hat die Anlage mehr als 2.000 Megawattstunden Wärme an das miramar abgegeben.

In Zukunft wird MVV Energiedienstleistungen mit der Anlage rund 8.000 Megawattstunden Nutzwärme pro Jahr über Wärmetauscher erschließen. Zuvor hat das miramar Wasser und Räumlichkeiten mit Erdgas erwärmt.

"Unsere Kunden nehmen das bereits vorhandene Solemineralbecken im Saunabereich sehr gut an", berichtete miramar-Geschäftsführerin Brigitte Steinhart. Sie kann sich gut vorstellen, das Wasser aus der Tiefe in einem zweiten Schritt auch für ein neues Thermalbecken zu nutzen. Es stammt aus den mehrere Millionen Jahre alten Schichten des Erdzeitalters Miozän und ist sehr mineralhaltig. Mit jährlich rund 500.000 Besuchern ist das miramar eines der fünf größten Erlebnisbäder in Deutschland.

Erstes Geothermie-Wohngebiet von MVV Energiedienstleistungen in Deutschland

In einem zweiten Schritt wird MVV Energiedienstleistungen neben dem miramar auch das 20 Hektar große Neubaugebiet "Lützelsachsen-Ebene" in der Grundlast mit erneuerbarer Energie versorgen. Das Unternehmen verantwortet im Auftrag der Stadt Weinheim die Erschließung von 329 Grundstücken für 37 Einzel-, 120 Doppel-, 146 Reihen- und 27 Stadthäuser. Der Beginn der Erschließung ist für 2008 geplant. Für MVV Energiedienstleistungen ist es das erste Geothermie- Projekt in Deutschland. Der europaweit tätige Mutterkonzern MVV Energie AG betreibt im tschechischen Deçin bereits eine Erdwärmeanlage.

Weinheim, 30. März 2007

Für Rückfragen steht Ihnen unsere Pressesprecherin Kerstin Westrup gerne zur Verfügung: Tel.: +49 621 290-3485, k.westrup@mvv.de

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